Christoph Gerwers stellt sich in Rees erneut zur Wahl | WAZ.de

Der 52-jährige Jurist sucht im Sport einen Ausgleich zu seinem Alltag als Bürgermeister und Verwaltungschef. Er hofft, bei der Wahl damit punkten zu können, „die Stadt in finanziell schwierigen Zeiten weiterentwickelt zu haben.“

Quelle: Christoph Gerwers stellt sich in Rees erneut zur Wahl | WAZ.de

„Für meinen Sohn bin ich kein guter Gegner mehr!“ Das ist Christoph Gerwers (CDU) beim jüngsten Tennis-Match klar geworden. Als Bürgermeister glaubt er aber, in den vergangenen sechs Jahren gepunktet zu haben. „Wir haben die Stadt, glaube ich, auch in finanziell schwierigen Zeiten sehr schön weiterentwickelt“, ist er überzeugt. Mit dem Wort „wir“ schließt er die Kollegen im Reeser Rathaus, aber auch die Ratsvertreter ein. „Entwicklungen, an denen ich aber nicht unmaßgeblich mitgewirkt habe“, fügt er hinzu. Sein Amt als Bürgermeister will der 52-Jährige fortführen und stellt sich daher am Sonntag, 13. September, erneut zur Wahl.
Niag-Gelände und FlüchtlingeWas er konkret mit Weiterentwicklung meint, belegt er anhand von Beispielen. „Andere Städte reißen ihre Bäder ab, wir dagegen bauen ein neues, größer und schöner als das Alte.“ Gerwers verweist weiterhin auf die barrierefreie Innenstadt, die während seiner Amtszeit umgesetzt wurde. Alle Schulen seien „durchsaniert“ worden, zuletzt sei nun die Anne-Frank-Schule an der Reihe. „Innerhalb des Rathauses haben wir die Verwaltungsabläufe optimiert, was zu Einsparungen geführt hat“, zählt Gerwers weiter auf.Sollte er im Amt bleiben, stehen ab Herbst weitere Gespräche mit dem Projektentwickler des Niag-Geländes Andreas Hüls für die konkrete Bauleitplanung an. „Es wird zudem darum gehen, ein Nutzungskonzept für die Grundschule an der Sahlerstraße zu erstellen“, so der Bürgermeister, „vielleicht müssen wird als Stadt dafür auch Geld in die Hand nehmen.“Apropos Schule. Dass er Vater ist, hält Gerwers für nicht unwichtig. Schon in der Stadt Willich hatte er als Jugend- und Schuldezernent mit Horten, Tageseinrichtungen und Schulen zu tun. „Mein Blick hat sich aber noch einmal verändert, seit ich 1998 erstmals Vater geworden bin“, sagt er. Da bekomme man hautnah mit, wie sich das Miteinander in Kitas und Schulen verändere, wie sich die Schulprogramme änderten.
Aktuell geht’s um den Haushalt 2016

Den städtischen Haushalt gelte es überdies im Blick zu halten, fährt Gerwers fort. Dabei nutzt der Verwaltungsjurist gern eine Erfahrung, die er sich von seinem früheren Arbeitgeber, der Stadt Willich, abgeguckt hat, nämlich die Fachbereiche stärker zu beteiligen. „Wenn die Kollegen eine Entscheidung mittragen können, bestehen auch größere Erfolgsaussichten, das Geplante umsetzen zu können“, ist dem Ersten Bürger bewusst.

Auch aktuell beschäftigen ihn die Finanzen. „Es wird gerade der Haushalt 2016 vorbereitet, der Jahresabschluss 2014 geprüft“, so der Verwaltungschef. Außerdem geht es in diesen Tagen um die vielen Flüchtlinge, die in Deutschland ankommen. Sollten Rees nämlich künftig weitere Flüchtlinge zur längerfristigen Aufnahme zugewiesen werden, müssen sie irgendwo untergebracht werden. Gerwers: „Eine Lösung ist noch nicht in Sicht.“ Er ist froh, dass es mit der Fachklinik alles so reibungslos läuft, die Malteser dort „gute Arbeit leisten“.

Seine Wahl für gewonnen hält er nicht. „Wer am 13. September nicht hier ist, sollte die Möglichkeit der Briefwahl nutzen“, appelliert er an die Bürger. Daher hat er in seinem neuen Flyer noch einmal genau erklärt, wie die Briefwahl funktioniert. Der Flyer wird in den nächsten Tagen verteilt. Parallel wird mit der Plakatierung begonnen.

Blickt Gerwers in seinen Terminkalender, finden sich dort zwei Termine, an denen er sich den Bürgerfragen stellen wird. Für Donnerstag, 13. August, hat ihn die Kolpingfamilie Rees zur Podiumsdiskussion geladen, wenige Tage später, am 18. August, wird er mit allen CDU-Bürgermeister-Kandidaten im Kreis Kleve im Bürgerhaus Uedem zusammentreffen und dort Rede und Antwort stehen. Dann sind da noch die Termine, die er als Bürgermeister ohnehin wahrnehmen muss. Gerwers: „Und das sind viele.“

Maria Raudszus